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Hinrichtung nach erfolglosen Venenversuchen abgebrochen – Gouverneur gewährt Aufschub
21. Mai 2026, Tennessee (USA) – Im US-Bundesstaat Tennessee ist die geplante Hinrichtung des 57-jährigen Häftlings Tony Carruthers am Mittwochabend kurzfristig abgebrochen worden. Nach Angaben der Behörden konnten medizinische Fachkräfte über einen Zeitraum von mehr als einer Stunde keinen geeigneten venösen Zugang für die tödliche Injektion herstellen.
Demnach sei zunächst zwar ein primärer intravenöser Zugang gelegt worden, die Einrichtung einer zusätzlich vorgeschriebenen „Backup-Leitung“ sei jedoch mehrfach gescheitert. Diese zweite Leitung ist laut dem Hinrichtungsprotokoll des Bundesstaates zwingend erforderlich, um die Durchführung einer Exekution abzusichern. Nach zahlreichen erfolglosen Versuchen in verschiedenen Körperregionen entschieden die Verantwortlichen, die Maßnahme abzubrechen.
Gouverneur Bill Lee gewährte im Anschluss einen Aufschub der Hinrichtung um ein Jahr.
Die Anwältin des Verurteilten bezeichnete den Vorfall als „grausam und traumatisch“. Medienberichten zufolge schilderten Zeugen, Carruthers habe während der wiederholten Versuche sichtbar unter Schmerzen gelitten. Versuche, alternative Zugänge an Armen, Füßen und im Halsbereich zu legen, seien gescheitert.
Tony Carruthers befindet sich seit den 1990er-Jahren im Todestrakt. Er war wegen dreifachen Mordes verurteilt worden. Seine Verteidigung betont weiterhin, dass keine eindeutigen physischen Beweise vorlägen und bestimmte DNA-Spuren nie vollständig ausgewertet worden seien.
Menschenrechtsorganisationen und Gegner der Todesstrafe sehen in dem Vorfall ein weiteres Beispiel für die anhaltenden Probleme und ethischen Konflikte im Zusammenhang mit der tödlichen Injektion in den USA.
Als Quellen werden unter anderem Reuters, CBS News, Associated Press sowie The Guardian genannt.
